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Schönborner Saxofontage

Musikschüler traten bei Schönborner Saxofontagen auf



Umrahmt von zwei Konzerten, die von professionellen Musikern gestaltet werden durften sich innerhalb der Bad Schönborner Saxofontage am Mittwoch die Saxofonschüler der ortsansässigen Jugendmusikschule präsentieren. Die Aula der St. Rochus-Klinik bot den jungen Musikern ein würdiges Podium, wenngleich gesagt werden muss, dass die Akustik in diesem Saal es den Bläsern nicht leicht macht. Das konnte die Ausführenden aber nicht daran hindern, mit viel Spielwitz, Spaß und Können dem Publikum einen kurzweiligen Abend zu bieten.

Zu Beginn erklangen drei kurze Stücke von Jacob de Haan, die von dem Ensemble Carolin Ziegelmmeyer, Elena Bender, Manuel Raschek, Christian Riffel, Micha Bischoff, David Stemmer und Christoph Sickinger musiziert wurden, wobei das  breite Klangvolumen den ganzen Raum erfüllte.
Gleich drei mal und das mit ganz unterschiedlichen Stücken war Georg Seiler zu hören. Zu Beginn entlockte er seinem Instrument bei "Arcadie" von Jules Demersseman klangschöne Töne, zeigte aber auch in den schnellen Passagen sein technisches Können. Mit dem bekannten Titel "Take Five" demonstrierte er, dass er in der Lage ist mit unterschiedlichsten Stilen umzugehen, wobei deutlich wurde, dass er sich in der U-Musik noch mehr beheimatet fühlt.
Als "Meister der leisen Töne" wurde Thilo Grünke angekündigt. Der junge Musiker entführte mit dem Stück "Après un rêve" von Gabriel Fauré die Zuhörer in eine Traumwelt in der er sphärische Klänge produzierte und auch im piano noch nuancenreich differenzierte. Johann Sebastian Bachs Sonate g-moll ist im Original für Flöte und obligates Cembalo geschrieben. Wenn der Komponist die Bearbeitung für Saxofon und Klavier hätte hören können, wäre er bestimmt zum Fan dieses Instruments geworden.
Thomas Schuhmacher, 1. Preisträger im Regional-wettbewerb "Jugend musiziert" konnte mit seiner Interpretation  gänzlich überzeugen. Im ersten Satz strahlte er viel Ruhe aus und spielte lange, spannungsvolle Bögen und verlieh dem Stück mit variablen Vibratotönen viel Ausdruck. Im Allegro zeigte er basierend auf seiner brillianten Technik dass man auch im schnellen Tempo noch musikalisch gestalten kann.
Das Sopran zählt in der Saxofonfamilie zu den eher heiklen Instrumenten. Diesen Eindruck vermittelte Robin Walter, 2. Preisträger beim Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" dem Publikum keineswegs.  Im Rezitativo der Sonate von Alain Bonard kam zum Ausdruck, dass er von einem unheimlichen Gestaltungswillen angetrieben keinerlei Probleme mit dem Instrument hat. Selbst in den höchsten Lagen entlockte er dem Instrument noch schöne weiche Töne. Scheinbar mühelos meisterte er in einem rasanten Tempo das Scherzo, wobei er noch Zeit fand klar zu artikulieren.

Mit dem Titel "Song without words" von James Rae leitete Annette Gerber den zweiten Teil des Programms ein, indem ausnahmslos Jazz- und Swingstücke zum Besten gegeben wurden. Jetzt waren ganz andere Dinge gefragt. Trotz eines Defekts an ihrem Instrument ließ sich die junge Musikerin nicht aus der Ruhe bringen und hatte das richtige "Feeling" für Rhythmus und Ton. Begleitet von drei Altsaxofonisten, die ihm einen schönen Klangteppich legten, zeigte Christoph Sickinger in "Blas den Blues" eindrucksvoll, und sich als Solist wohltuend in den Vordergrund spielend, dass das Baritonsaxofon nicht nur als Bassinstrument im Quartett sondern auch solistisch eingesetzt werden kann.

Patrick Walther demonstrierte mit "Summerfeeling" und "Snowboard" wie man mit nur wenig vorgegebenen Tönen improvisieren kann. Ganz frei trug er die Stücke vor und zeigte, dass er in dieser Art von Musik zu hause ist. Am Ende durfte die Lehrerin der Schüler Jutta Fischer, auch noch spielenderweise auf die Bühne. Gemeinsam mit Annette Gerber und Georg Seiler beschloss sie das Programm mit dem Ohrwurm "Troucha" von Fritz Pauer.

Mit interessanten Informationen über das Saxofon, dessen Erfinder und über manchen Komponisten hatte die Pädagogin mit teils witzigen Worten durch das Programm geführt und damit dafür gesorgt, dass ihre Schüler meist locker auf der Bühne stehen konnten. Zudem hatte sie ein Programm zusammengestellt und erarbeitet das von der Auswahl der Stücke auf jeden Schüler maßge-schneidert schien.

Rosa Nistl begleitete am Flügel sehr einfühlsam. Sie wirkte stützend wenn es notwendig war, ließ den Schüler immer im Vordergrund, legte klanglich und dynamisch zu wo es die Komposition verlangte und war somit den jungen Musikern eine verlässliche Partnerin. Am Ende gab es viel Beifall und Blumen für alle Mitwirkenden. Die Zuhörer erlebten einen Abend an dem klar wurde zu welchen Leistungen Kinder und Jugendliche fähig sind wenn sie sich intensiv mit der Sache Musik beschäftigen und dann noch das Glück haben von solch einer Pädagogin betreut und geführt zu werden.  N.R.

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